26. August 2020

FEV treibt mit Branchenführern Entwicklung autonomer Fahrfunktionen voran

Im Rahmen des „L3Pilot“-Projekts führt FEV mit dem unternehmenseigenen Smart-Vehicle-Prototyp in der Region um Aachen, Köln sowie Düsseldorf Autobahntests durch und bewertet dabei Chauffeur-Funktionen für Staus. Quelle: FEV Group

FEV hat gemeinsam mit den Partnern aus dem „L3Pilot“-Projekt Empfehlungen für ausfallsichere Verfahren und Strategien für den Schutz vor Cyberangriffen ausgesprochen. Quelle: FEV Group

Die Bezirksregierung Köln erteilte FEV die Genehmigung, den unternehmenseigenen Smart-Vehicle-Prototypen auf einer definierten Strecke mit aktivierter Stau-Funktion zu testen, um Daten in der Praxis zu sammeln und die Entwicklung des hoch automatisierten Fahrsystems zur Serienreife voranzutreiben. Quelle: FEV Group

Aachen, August 2020 – FEV arbeitet gemeinsam mit führenden Organisationen der Transportindustrie an einem Projekt, in dessen Rahmen eine umfassende Methodik für das Entwickeln, Bewerten und Testen von Funktionen für autonomes Fahren ausgearbeitet wird. Das Projekt ist im September 2017 angelaufen und wird mit Mitteln aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizont 2020“ der Europäischen Union gefördert.

FEV beteiligt sich an dem europäischen „L3Pilot“ Forschungsprojekt, um die Methoden für die Entwicklung, das Testen und die Bewertung von Funktionen für autonomes Fahren (Automated Driving, AD) weiterzuentwickeln. Das Projekt verfolgt u. a. die folgenden Ziele:

  • Beschreibung von AD-Funktionen aus der Perspektive des Nutzers
  • Erarbeitung von Forschungshypothesen und Anforderungen an die Datenerfassung
  • Entwicklung von experimentellen Verfahren
  • Unterstützung bei der praktischen Umsetzung dieser Verfahren an den Pilotstandorten
  • Definition der Methodik für alle in die Bewertung einzubeziehenden Bereiche

„Gegenstand des Projekts sind insbesondere Funktionen für autonomes Fahren des SAE-Levels 3 sowie ausgewählte Level 4- Funktionen“, sagt Elmar Börner, Senior Group Director für ADAS (advanced driver assistant systems) und AD (automated driving systems) Entwicklung bei FEV. „Unser Hauptziel besteht darin, die autonomen Systeme variablen Realbedingungen auszusetzen und ein konsistentes, zuverlässiges und vorhersagbares Verhalten zu erreichen.“

Im Rahmen des Projekts führt FEV mit dem unternehmenseigenen Smart-Vehicle-Prototyp in der Region um Aachen, Köln sowie Düsseldorf Autobahntests durch und bewertet dabei Chauffeur-Funktionen für Staus (Traffic Jam Chauffeur). Die Bezirksregierung Köln erteilte FEV auf Basis eines Gutachtens des TÜV Rheinland dazu am 14. August die Genehmigung, das Fahrzeug auf einer definierten Strecke mit aktivierter Stau-Funktion bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h im öffentlichen Straßenverkehr zu testen. So können wichtige Daten in der Praxis gesammelt und die Entwicklung des hoch automatisierten Fahrsystems zur Serienreife vorangetrieben werden.

Zudem hat sich FEV im gesamten Verlauf des Projekts insbesondere auch den Fragen der Cybersicherheit und der Datenerfassung gewidmet. So hat das Unternehmen gemeinsam mit den Partnern aus dem „L3Pilot“-Projekt Analysen von Cybersicherheitsbedrohungen für autonome Fahrzeuge des Levels 3 durchgeführt und Empfehlungen für ausfallsichere Verfahren und Strategien für den Schutz vor Cyberangriffen ausgesprochen.

Darüber hinaus hat sich FEV an der Bewertung von Datenerfassungstools für die Verifizierung und Validierung von AD-Funktionen beteiligt. Ergebnis der Bewertung ist eine an OEMs gerichtete Empfehlung eines Erfassungssystems für die AD-Verifizierung.

„Das L3Pilot-Projekt bietet eine wichtige Plattform, um den Stand der Technik im Hinblick auf die Entwicklung, das Testen und die Validierung von Funktionen für autonomes Fahren voranzubringen. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt haben sich bereits jetzt als sehr wertvoll erwiesen und werden durch die fortschreitende Entwicklung von Automatisierungsfunktionen in den kommenden Jahren noch mehr an Bedeutung gewinnen“, so Börner.

Das „L3Pilot¬“-Projekt hat 36 Millionen Euro aus den Geldern des Forschungs- Innovationsprogramms „Horizont 2020“ der Europäischen Union erhalten (Förderungsvereinbarung Nr. 723051). Das auf 48 Monate ausgelegte Projekt umfasst Tests mit über 1.000 Nutzern und etwa 100 Fahrzeugen in Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. 34 Partner haben ihre Kräfte in dem Projekt gebündelt, darunter OEMs, Zulieferer, Forschungsorganisationen und Versicherungsgesellschaften.

Das Projekt läuft dabei parallel zu anderen AD-bezogenen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten von FEV. In den USA ist ein Zwilling des in dem „L3Pilot“-Projekt verwendeten Smart-Vehicle-Testfahrzeugs im Einsatz, dessen Schwerpunkt die speziellen Anforderungen und Entwicklungsarbeiten von FEV North America sind. Darüber hinaus beteiligt sich FEV auch auf anderen Märkten, beispielsweise in Asien, aktiv an Programmen zum Thema autonomes Fahren und den damit verbundenen Entwicklungs-, Test- und Validierungsfragen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:
https://www.fev.com/de/adas
https://L3Pilot.eu

Über FEV
FEV ist ein international führender, unabhängiger Dienstleister in der Fahrzeug- und Antriebsentwicklung für Hardware und Software. Das Kompetenzspektrum umfasst die Entwicklung und Erprobung innovativer Lösungen bis hin zur Serienreife sowie angrenzenden Beratungsleistungen. Zum Leistungsumfang auf der Fahrzeugseite gehören die Auslegung von Karosserie und Fahrwerk, inklusive der Feinabstimmung der Gesamtfahrzeugattribute wie Fahrverhalten und NVH. Zudem werden bei FEV innovative Lichtsysteme und Lösungen zum autonomen Fahren sowie Connectivity entwickelt. Bei der Elektrifizierung von Antrieben entstehen leistungsfähige Batteriesysteme, e-Maschinen und Inverter. Darüber hinaus werden hocheffiziente Otto- und Dieselmotoren, Getriebe, EDUs sowie Brennstoffzellensysteme entwickelt und unter Berücksichtigung der Homologation ins Fahrzeug integriert. Ein weiterer Schwerpunkt sind alternative Kraftstoffe.

Das Leistungsangebot wird abgerundet durch maßgeschneiderte Prüfstände und Messtechnik sowie Softwarelösungen, durch die wesentliche Arbeitsschritte der oben genannten Entwicklungen effizient von der Straße in den Prüfstand oder in die Simulation verlegt werden können.

Die FEV Gruppe wächst kontinuierlich und beschäftigt aktuell 6700 hochqualifizierte Spezialisten in kundennahen Entwicklungszentren an mehr als 40 Standorten auf fünf Kontinenten.